888 bestätigt Übernahmeangebot von William Hill

Feb 24
Mit der Übernahme von 888 will das Management von William Hill die Expansion des eigenen Angebots deutlich beschleunigen.

Die Gerüchteküche in der Branche für Online Glücksspiele brodelt derzeit. Nachdem Anleger bereits im November auf die Übernahme von bwin.party spekuliert hatten, die bislang jedoch nicht geschehen ist, hat die 888-Gruppe nun ein Angebot von William Hill bestätigt. Die Verhandlungen laufen derzeit noch auf Hochtouren, angeblich geht es um einen Kaufpreis, der bei etwa 750 Millionen britischen Pfund liegen soll.

William Hill zählt bereits seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Namen in der Glücksspielbranche. Das Unternehmen ist auf dem Heimatmarkt Großbritannien schon lange im Bereich Sportwetten aktiv, in den vergangenen Jahren wurde das Angebot jedoch nach und nach erweitert. Besonders im Onlinebereich wollen die Verantwortlichen zudem auch immer mehr internationale Kunden ansprechen, von denen man sich eine Steigerung bei Umsatz und Gewinn erwartet.

Mit der Übernahme von 888 will das Management von William Hill die Expansion des eigenen Angebots deutlich beschleunigen. Aus diesem Grund hat man sich wohl auch dafür entschieden, einen Preis zu bieten, der gegenüber dem Aktienkurs von 888 vor dem Bekanntwerden der Gerüchte einen enormen Aufschlag darstellt. So ist es denn auch kein Wunder, dass sich die Aktien von 888 bei einem enorm hohen Handelsvolumen nach der Bestätigung der Gerüchte um mehr als 20 Prozent verteuerten.

888 Casino Banner

Zugleich zeigt der Blick auf den Aktienkurs jedoch auch, dass es noch längst nicht ausgemacht ist, dass das Angebot von William Hill tatsächlich angenommen wird. Der gebotene Preis entspricht einem Wert von 210 Pence pro Aktie, der Kurs liegt derzeit hingegen nur bei etwa 160 Pence pro Aktie.

In den vergangenen Jahren haben die Eigentümer der Aktienmehrheit bei 888 bereits mehrfach eine potenzielle Übernahme durch einen Konkurrenten vereitelt. Auch beim aktuellen Angebot gibt es Gerüchte, dass der Preis nicht hoch genug sein könnte. Um die israelischen Investoren zu einem Verkauf zu bewegen, sollen rund 300 Pence pro Aktie nötig sein. Es gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich, dass William Hill in der Lage ist, das ohnehin schon relativ hohe Angebot noch einmal deutlich aufzubessern.

Alles in allem zeigen die Gerüchte, dass der zunehmende Druck durch Steuer- und Regulierungsbehörden sich auf die Glücksspielbranche auswirkt. Unabhängig davon, ob diese Übernahme tatsächlich über die Bühne geht, dürfte es in den kommenden Monaten und Jahren zu einer Konzentration innerhalb der Branche kommen. Besonders kleine Betreiber von Online-Casinos, Pokerräumen und Sportwetten werden im Zuge dieser Marktbereinigung als Kandidaten für die Übernahme durch größere Firmen gelten.